Uta Bierbaum über das Suchen nach dem richtigen Weg

Shownotes

Uta Bierbaum ist mit „Heute Nacht um 03.34“ für den Mülheimer KinderStückePreis 2026 nominiert. Elisabeth Luft hat sich online mit ihr getroffen, da sie gerade in Neuseeland war. Im Podcast erzählt die Autorin, wieso sie lieber für die Bühne schreibt, als darauf zu stehen, warum sie vor allem für Kinder so gern Texte schreibt und welchen Job sie noch macht, um sich das Schreiben fürs Theater überhaupt leisten zu können.

Die 51. Mülheimer Theatertage finden vom 16.5. bis 6.6.2026 statt. Alle Informationen, Termine und Tickets unter: stuecke.de

Transkript anzeigen

00:00:00: Liebe Uta, hallo.

00:00:02: Hallo!

00:00:02: Ich freu mich.

00:00:03: Schön, dass du da bist.

00:00:05: Vielen Dank.

00:00:07: Wir treffen uns heute nicht live vor Ort sondern online.

00:00:11: Du bist nämlich gerade in Neuseeland und wenn ich das richtig weiß, bist du öfter da oder?

00:00:16: Also ich bin jetzt grade zum vierten Mal in Neusseland ja genau gezwungenermaßen.

00:00:22: Das heißt also

00:00:23: ich bin mit einem neuseeländer verheiratet Und wir haben ein halb-neuseeländisches Kind.

00:00:29: Wir sind bei den Großeltern und ... Genau, deswegen bin ich mittlerweile zum vierten Mal in Neuseeland.

00:00:35: Unser Kind ist gestern fünf geworden.

00:00:38: Und bisher haben wir geschafft, dass wir jeden Geburtstag abwechselnd Deutschland-Neuseeland gefeiert haben.

00:00:44: Wow!

00:00:45: Okay.

00:00:46: Wahnsinn.

00:00:47: Ja wie schön.

00:00:49: Es gibt aber auch noch einen anderen trifftigen Grund um ... aus Neuseeland über deine Arbeit zu sprechen.

00:00:55: Denn am Schreibtisch deines neuseeländischen Schwiegervaters ist auch der Text

00:01:00: entstanden,

00:01:00: mit dem du jetzt für den Kinderstückepreis nominiert bist.

00:01:03: Als ich das gehört habe ... Neuseeland-Schreibtisch, deines Schwiegarvaters hatte ich erst mal dieses romantische Bild einer schreibenden Autorin die in einem verglassten Erker an einem Schreibtish sitzt und auf die weite neu seeländische Landschaft blickt im Kopf.

00:01:21: Genau so ist es wahrscheinlich bei dir, oder?

00:01:23: Nee.

00:01:24: So ist es gar nicht!

00:01:26: Wie ist das

00:01:26: denn?!

00:01:27: Ich weiß gar nicht wo ich da anfangen soll... Also die Deutschen haben ja einmal eine sehr romantische Vorstellung von Neuseeland.

00:01:33: Ich kann das nicht so richtig bestätigen.

00:01:36: Wenn man in Deutschland erzählt, man fährt nach Neu-Seland ... Das ist halt das Ende der Welt!

00:01:43: Das ist ein totaler Sehnsuchtsort und alle stellen sich das so mega tropisch und warm und cool und weit weg vor.

00:01:49: Weit weg ist es auch aber tropisch gar nicht.

00:01:52: Wir sind auf der Südinsel ganz unten und hier ist es einfach immer arschkalt.

00:01:56: Und das Klima ist echt rau.

00:01:59: Ich hab da ganz schön mit zu kämpfen, muss ich sagen.

00:02:01: Jetzt gerade von wegen romantisch... Also dieses Haus von meinen Schwiegereltern ist auf so einem Hügel gebaut.

00:02:06: also wir sind in Daneben auf der Südinsel.

00:02:09: Das ist eine superhügelige Stadt und dieses Haus hat drei Ebenen und ich bin jetzt grade ganz unten.

00:02:14: und weil es halt alles so auf dem Hügel isst kann ich zwar hier ebenerdig rausgehen in den Garten aber das Zimmer was hier direkt abgeht, indem wir schlafen.

00:02:23: Das ist fast wie ein Kellerzimmer, weil es halt so ... Wenn ich da das Fenster aufmache, dann kann ich quasi das Gras anfassen und dadurch, dass alles schlecht isoliert ist und irgendwie sehr feucht.

00:02:34: Neuseeland hat zum Beispiel interessanterweise ... Ich weiß nicht, ob das immer noch stimmt?

00:02:38: Es ist keine hundertprozentige verlässliche Information aber hat die höchste Astmarate bei Kindern weltweit.

00:02:45: Direkt voll beschwert über Neuseeland!

00:02:58: Herzlich Willkommen zum Podcast mit den Autorinnen und Autoren der besten neuen Theaterstücke, die nominiert sind für den Mühlheimer Dramatikpreis oder für den Müllheimer Kinderstückepreis.

00:03:11: Diesmal ein Gespräch mit Uta Bierbaum.

00:03:13: Sie ist für den Münlheimer Kinder-Stückeppreis.

00:03:17: Und zwar mit ihrem Text heute Nacht um drei Uhr vierund dreißig.

00:03:22: Mein Name ist Elisabeth Luft, ich bin Hörfunk-Journalistin und habe mich mit Uta Bierbaum online getroffen weil sie gerade in Neuseeland war.

00:03:30: Wir haben darüber gesprochen wieso sie lieber für die Bühne schreibt als draufzustehen warum sie vor allem für Kinder so gerne Texte schreibt und welchen Job sie noch macht um sich das Schreiben fürs Theater überhaupt leisten zu können.

00:03:43: Viel Spaß beim Zuhören!

00:03:51: In heute Nacht um drei auf vierunddreißig gibt es vor allen zwei Figuren Aber erst mal gibt es Eddie.

00:03:58: Eddie ist die Hauptfigur, acht Jahre alt und schon so ein richtiger Forscher.

00:04:03: Was würdest du noch über Eddie sagen?

00:04:05: Also genau Forscher, so bezeichnet er sich auch selbst.

00:04:08: und ansonsten würde ich sagen, dass er so ein aufgewecktes neugieriges cooles Kind ist

00:04:16: Und erlebt mit seiner Mutter seinem kleinen Babyhalbbruder und dem neuen Freund seiner Mutter in einem sehr hohen Haus.

00:04:25: Und dort hat er einen guten Freund gefunden, Herrn Taniver.

00:04:31: Der ist ehemaliger Ornithologe, also Vogelforscher und trockener Alkoholiker.

00:04:36: Die beiden unternehmen Expeditionen oder Abenteuer auf diesen vielen unterschiedlichen Stockwerken ihres wirklich sehr hohen Hauses.

00:04:46: Was macht die Freundschaft dieser beiden aus?

00:04:49: Was macht sie aus?

00:04:50: Naja erst mal irgendwie so ein Zugehörigkeitsgefühl ... äh, von Eddie zu Herrn Tanifa.

00:04:58: Taniva-Tanifa!

00:05:00: Dass er irgendwie so einen Anker im Haus hat bei dem er sich sicher und aufgehoben fühlt ... Und es ist ein bisschen eine Opa-Enkelsituation.

00:05:09: Also so hab ich's angelegt und so war's gedacht auch, dass die beiden sich einfach was geben auf einer emotionalen Ebene?

00:05:16: Ja, Zeit miteinander verbringen können für Nanna da sind und sich ... mit dieser Forschungstätigkeit auch gemeinsam in ihrer Fantasie verlieren können.

00:05:27: Und das hab ich da auch rausgelesen, sich gegenseitig wichtig sind ... Aber sich auch in Ruhe lassen und sich so nehmen wie sie sind mit ihren Themen, ihrer Lebenssituation.

00:05:39: Mhm!

00:05:40: Die respektieren sich halt gegenseITich und nehmen sich ernst.

00:05:42: Ich glaub', dass es irgendwie gut ist Für Eddie auf jeden Fall, der fühlt sich sicher.

00:05:50: Das ist wichtig für das Stück so.

00:05:51: Dass er einen sicheren Ort hat in diesem Haus?

00:05:54: Was natürlich auch verrückt ist, dass die Wohnung dieses Freundes sich so viel sicherer anfühlt für ihn als sein eigenes Zuhause spätestens seit eben dieser neue Freund der Mutter bei ihnen eingezogen ist.

00:06:08: Es gibt aber noch ein weiterer Erzählstrang ... Dieser neue Freund von Eddies Mutter, der verprügelt die beiden immer wieder.

00:06:18: Eddie und seine Mutter ... Aber ... Eddie ist ziemlich gut im Lügen.

00:06:25: Und wenn er beim Arzt ist und der danach fragt, wo seine blauen Flecken herkommen, dann sagt er zum Beispiel, dass er von der Schaukel gefallen ist.

00:06:34: Und Herr Tanifa?

00:06:36: So hast du ihn jetzt grade genannt.

00:06:38: Herr Tanifer sagt ihm ... auch wo er anrufen kann, um Hilfe zu holen.

00:06:44: Und als dann sogar Eddie's kleiner Bruder mit einem blauen Auge aus dem Krankenhaus kommt, da wählt Eddie endlich diese Nummer, die Herr Tanifah eben rausgesucht hat, um Hilfe zu holEN.

00:06:55: und ich finde das superinteressant weil du auf so eine ganz deutliche aber irgendwie auch sehr liebevolle Art und Weise zeigst wie wichtig außenstehende Menschen in solchen Situationen sein können.

00:07:11: Menschen, die nicht wegschauen, wenn sie bemerken, dass um sie herum häusliche Gewalt passiert?

00:07:18: Sondern ... die dann den betroffenen Menschen eben auch zeigen, dass sie Hilfe bekommen können und wo sie Hilfe bekommt.

00:07:26: Ist das eine Idee über die du schon länger schreiben wolltest?

00:07:30: Ich glaube ... Ehrlicherweise, der allererste Gedanke ... Ich schreibe nicht so, dass ich krass durchplotte.

00:07:36: Zumindest jetzt beim Theater eigentlich gar nicht.

00:07:39: Es fängt oft an mit einer Figur oder einem Satz, also mit so eine wilden Idee irgendwie und hier war es auf jeden Fall so... Der allerereste Gedankel war eigentlich, dass sich eben so eine Freundschaft, so eine Enkel-Opa-Freundschaft, das waren zwei Figuren die ich einfach im Kopf hatte.

00:07:57: Und natürlich braucht man dann ein bisschen mehr als nur zwei Figur.

00:08:00: und dann kam irgendwie so das eine zum anderen.

00:08:03: Und manchmal bin ich selber überrascht, was am Ende dabei rausgekommen ist.

00:08:06: also es war jetzt nicht so dass sich von Anfang an das total krass geplant habe irgendwie.

00:08:12: Also so schreibe ich tatsächlich oft dann kommt irgendwie das eine zu dem andere und ich hab jetzt gar nicht von vornherein so ne Riesenidee was eigentlich das so werden soll.

00:08:19: Manchmal ist auch die Figuren.

00:08:21: wie mein Professor früher in der Uni immer gesagt hat ihr müsst euren Figuren zuhören und das habe ich früher nicht richtig geschneit.

00:08:28: aber mittlerweile Ist klar, was damit gemeint ist.

00:08:31: Es ergibt sich auch viel, wenn du den Biografie an dich bist und einen Umfeld, ein Haus ... Dann kommt so was manchmal von alleine.

00:08:41: Ja, wahrscheinlich auch mit Zeit?

00:08:44: Ja, auf jeden Fall!

00:08:46: Ich hab das Stück ziemlich schnell geschrieben.

00:08:48: Meintest du das?

00:08:49: Nee, ich hab das in vier Wochen geschrieben.

00:08:52: Ach krass, also doch ganz schön schnell.

00:08:55: Weil ich gerade noch mal an das gedacht habe, von deinem Professor erzählt hast.

00:09:00: Man sollte den Figuren zuhören und dann auch die Tatsache, dass ihr sieben Monate in Neuseeland seid ... Da hab ich mir irgendwie gleich so vorgestellt, man lässt sowas dann auch mal liegen?

00:09:11: Ja also im besten Fall lässt du Sachen auf jeden Fall liegen.

00:09:14: aber dieses Stück zum Beispiel ist ja auch relativ kurz.

00:09:17: ne es ist ja ein Monolog Und ähm Ich glaube Also das wird da durchgehend gesprochen natürlich Aber es ist jetzt ja am Ende gar nicht Irre viel Text.

00:09:25: Und was ich auf jeden Fall wollte, auch... Also ich habe mich schon als Aufgabe gesetzt ein Kinderstück zu schreiben.

00:09:31: Ich mache seit vielen Jahren eigentlich nur noch Kinder oder Jugendstücke und hab irgendwie in der Uni damit angefangen.

00:09:38: Ich habe erst so ein paar erwachsenen Stücke geschrieben und die waren immer alle extrem anstrengend und sehr schwer und das Schreiben für Kinder und Jugendliche macht mir mehr Spaß.

00:09:47: Es geht mir so leichter von der Hand irgendwie und ich schaffe es da einen anderen Ton anzuschlagen, dass es mich eine Schwere hat auch wenn das Thema vielleicht schwer ist.

00:09:56: Ich wollte auf jeden Fall ein Kinderstück schreiben und nicht eins für Jugendliche weil es mir oft passiert, dass ich anfange und dann doch älter werde.

00:10:02: Dann ist es ab dreizehn vierzehn fünfzehn und ich hatte diesmal schon ganz klar mir selber etwas als Aufgabe gesetzt, dass sich auf jeden fall für jüngere Kinder schreiben will also bis maximal zehn.

00:10:13: Das heißt, du hast über die Jahre während des Schreibens bemerkt, dass es dir viel Spaß macht, Texte für junges Publikum zu schreiben.

00:10:22: Speziell für Kinder.

00:10:24: Auch das gut funktioniert für dich?

00:10:26: Wurde dir das schon sehr früh klar oder kam das dann erst während des Studiums oder so?

00:10:33: Also das kam tatsächlich im Studium ... Also ich hab' im Jahr zwölf angefangen an der UDK zu studieren, zähnisches Schreiben und ich habe drei erwachsene Stücke geschrieben.

00:10:44: Und dann haben wir ein Seminar gehabt Schreiben für junges Publikum Weil die uns schon ein bisschen dazu bringen wollten, eben auch für jüngeres Publikum zu schreiben.

00:10:52: Auch einfach um den Markt mitzudenken was es vielleicht braucht wo man irgendwie einen Fuß in die Tür kriegt.

00:10:58: und dann haben wir eine Kooperation gehabt mit einem Theaterstrahl Und haben in diesem Seminar jeder ein Stück geschrieben für Jugendliche.

00:11:06: Das Theater Strahl macht explizit wirklich Theater ab zwölf.

00:11:09: Also ist kein Kindertheater sondern Jugendtheater Und es war ein bisschen wie so eine Art Wettbewerb.

00:11:13: Dann hat mein Stück quasi den Zustark gekriegt und das wurde dann uraufgeführt am Strahl, und so ging das irgendwie los.

00:11:19: Und danach glaub ich nur noch jüngt.

00:11:25: Ich glaube, dieses Stück ist ehrlicherweise das einzige Kinderstück.

00:11:29: die anderen sind alle eher ab elf aufwärts.

00:11:34: Aber seitdem hab ich wirklich nur noch Kinder- und Jugendstücke geschrieben.

00:11:38: Kannst du sagen was dich besonders ... Ich sag jetzt mal, reizt für Kinder unter zehn zu schreiben?

00:11:46: Also ich hab jetzt ja mittlerweile selber ein Kind.

00:11:49: Der ist jetzt fünf und ich find Kinder einfach cool und witzig und es macht einfach total Spaß sich mit der Gedankenwelt eines Kindes zu beschäftigen, finde ich.

00:11:58: Und dann ist das natürlich auch so ... Kinder sind ja auch irgendwie das Publikum von morgen.

00:12:02: ne also... Schwierig, dass es fällt so ein bisschen hinten runter oder wird so hinten angestellt und ist nicht ganz so wichtig wie das große erwachsene Theater.

00:12:11: Und das finde ich eigentlich schade weil es gibt so viele wichtige Themen und es ist so Kinder auch in der.

00:12:17: also früh auch schon irgendwie ans Theater heranzuführen und das einfach irgendwie nahezubringen find' ich ganz toll!

00:12:23: Weil ich zum Beispiel war früher einfach nie im Theater Und ich war glaube ich das erste Mal im Theater, als ich zwanzig war oder so.

00:12:29: Also ich bin einfach früher mehr als Kind.

00:12:31: also... Ich glaube es gab natürlich mal so ein Weihnachtsstück oder irgendwie sowas wo man mit dem Kindergarten oder der Schule mal hingegangen ist.

00:12:37: aber ich finde jetzt nicht in einem Haushalt aufgewachsen, wo man halt ins Theater gegangen ist und ich find's irgendwie cool und wichtig dass so Kindern einfach nahezubringen Gedanken und Gedankenwelten zuzubeschäftigen.

00:12:48: Da ist so viel los!

00:12:49: Du bist ja auch ausgebildete Schauspielerin, hast du das Gefühl dass das eine Rolle spielt in deinem Schreiben?

00:12:56: Also ich bin ne sehr schlechte Schauspielerin kann ich dir sagen... Und man hat deswegen auch relativ schnell damit wieder aufgehört.

00:13:03: Ich hab diese Ausbildung gemacht und bin da auch so total blauäugig irgendwie rangegangen, weil ich mit Mitte zwanzig dachte, ich muss jetzt was machen.

00:13:11: Dann habe ich mich auf einer Schauspielschule beworben.

00:13:13: Ich habe noch in Osnabrück gewohnt und dann hab ich mit meiner besten Freundin ... Ich hab gesagt hier muss es umziehen oder woanders hin.

00:13:19: Da hat sie gesagt okay, dann Berlin.

00:13:21: Dann sind wir zusammen nach Berlin Und dann haben die mich genommen und dann hab ich diese Ausbildung angefangen.

00:13:28: Ich war so blauorgig, dass ich nicht mal wusste, dass man halt sowas auch studieren kann oder so.

00:13:32: Ich bin einfach auf eine private Schauspielschule in Charlottenburg gegangen.

00:13:37: Die war aber ganz toll und es hat mir sehr viel gebracht.

00:13:39: Es hat mich dem Theater und dem Schreiben sehr viel näher gebracht.

00:13:44: Ohne die Ausbildung hätte ich nie angefangen zu schreiben, weil ich in der Schauspelausbildung ... über so viele Stücke gestolpert bin, die mich total fasziniert haben.

00:13:54: Ich dachte, krass!

00:13:55: So was geht alles und kann man in Theater machen?

00:13:58: Dadurch bin ich erst ins Schreiben gekommen und hab nach der Ausbildung relativ schnell gemerkt ... Also, ich habe dann auch ein bisschen gemacht und gearbeitet, aber ich hab schnell gemerkt, dass ich gar nicht auf der Bühne stehen will.

00:14:09: Ich war froh, wenn es vorbei war, wenn ich wieder runter war.

00:14:12: Und bin aus der anderen Richtung gekommen und gemerkt, das ist mehr mein Ding.

00:14:16: Ich will Theater machen als Schauspielerin.

00:14:20: Inzwischen schreibst du nicht nur für Theater, sondern auch für Unternehmen und Institutionen.

00:14:27: Du textest zum Beispiel für Broschüren oder Flyer unterstützt bei Konzeption, bei Produkttexten oder Leitbildern um eine bestimmte Dienstleistung oder ein Produkt besser zu vermitteln?

00:14:42: Ist das ne wirtschaftliche Entscheidung gewesen ... Oder ... Ist das ein weiterer Part von Textproduktion und Ideenentwicklung, den du irgendwann entdeckt hast?

00:14:55: Und gedacht hast, das kann nicht gut.

00:14:57: Da hab ich Spaß dran!

00:14:58: Und beides parallel zu machen ist irgendwie cool.

00:15:01: Nee also das ist ein hundert Prozent Brotjob auf jeden Fall.

00:15:06: Ich habe halt sehr spät ja studiert.

00:15:08: Also ich hab mit zwei in drei sich angefangen nochmal an der UDK schreiben zu studieren und war fertig mit sechsunddreißig.

00:15:15: Und das allererste, was ich gemacht habe, war so ein Praktikum als Texterin weil ich halt wusste... Ich bin jetzt dreißig, hab noch nie in meinem Leben wirklich Geld verdient und dann kam natürlich auch schon dieser Gedanke dass ich vielleicht auch nochmal ein Kind kriegen möchte und mich da irgendwie vielleicht ein bisschen besser aufstellen sollte.

00:15:30: Und hab deswegen relativ schnell mir da so einen Standbein aufgebaut damit ich einfach einen sicheren Job habe, wenn ich einen brauche.

00:15:38: Und manchmal ist es natürlich so auch ein bisschen in die Quere und ich komme nicht genug zum Schreiben.

00:15:42: Das ist das was ich eingangs gesagt hab.

00:15:44: deswegen ist es eigentlich immer ganz cool natürlich, wenn Ich auch hier bin in Neuseeland dass ich halt hier einfach Zeit habe zu schreiben.

00:15:49: aber dieses Texten für Werbung zum Beispiel und so ist natürlich alles ganz schlimm und das ist auch nichts was ich jetzt super cool finde.

00:15:58: und also aktuell bin ich jetzt seit einem Jahr als Redakteurin angestellt und arbeite fürs AOK-Gesundheitsmagazin.

00:16:08: Das kennst du vielleicht, das kriegt man alle drei Monate in Briefkasten.

00:16:12: Die Verwirrungen haben immer so Magazine.

00:16:14: Und das ist auf jeden Fall ... Das ist total okay!

00:16:18: Also das ist besser jetzt als dieses astreine Werbetexten und so weil es einfach auch ein bisschen einen Höllenbetrieb muss man sagen.

00:16:27: Kann ich mir vorstellen?

00:16:28: Ja.

00:16:30: Kommen wir noch mal zurück zu dem Schreiben, was dir richtig Spaß macht.

00:16:34: Deine Theatertexte sind in den letzten Jahren mehrfach nominiert und ausgezeichnet worden.

00:16:42: Jetzt bist du zum ersten Mal in Mülheim nominierend für den Kinderstückepreis.

00:16:47: Kommst du nach Mülhelm?

00:16:48: Ja auf jeden Fall na klar!

00:16:50: Und mit was für einem Gefühl fährst du hin?

00:16:53: Kannst du dir das schon ausmalen?

00:16:56: Nee, ich finde es ganz aufregend natürlich.

00:16:57: Ich bin sehr gespannt... das weiß ich jetzt zum Beispiel noch nicht wer mitnominiert ist.

00:17:02: Das finde ich ganz spannend.

00:17:04: da freue mich irgendwie ob ich vielleicht auch jemanden kenne oder nicht und also die Szene ist ja auch klein und man kennt sich dann doch irgendwie.

00:17:11: Aber da es ja ein bisschen auch um Lebensrealitäten geht, also mein Brotjob zum Beispiel.

00:17:15: Ich bin gerade in Neuseeland und ich komme wieder und bin drei Wochen später nach Mühlheim.

00:17:20: Das hab ich denen jetzt noch nicht gesagt, weil ich habe eine Dreißigstunden-Woche ... Und ich muss mal gucken wie das hinbiege.

00:17:28: Auch so was schwingt mit in meinen Gedanken, dass ich denke, ah ja, da muss ich mal gucken, wie ich das beim AOK-Magazin regle?

00:17:34: Verbunden bekommst du.

00:17:35: Wichtiger Einblick in die Arbeitsrealität.

00:17:38: Auf

00:17:38: jeden Fall!

00:17:38: Weil

00:17:39: das ja... Nicht zu vergessen ist, ja.

00:17:42: Liebe Uta!

00:17:43: Ich hoffe ... dass das gut organisiert und geklärt werden kann.

00:17:47: Und dass du safe aus Neuseeland zurückkommst mit deiner Familie?

00:17:51: Ja.

00:17:52: Und ja, dass du eine sehr schöne Zeit in Mühlheim haben wirst.

00:17:56: Ich freu mich sehr, dass wir uns kennengelernt haben und sprechen konnten.

00:18:01: Vielen Dank, ich danke dir.

00:18:02: Das war schön.

00:18:03: Aber hallo, das

00:18:03: fand ich auch.

00:18:05: Wir sehen uns in Mühleim.

00:18:06: Super, ich freue mich.

00:18:07: Bis dann.

00:18:09: Ciao,

00:18:37: bis!

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.