Anna Behringer über den Versuch, einander zu verstehen

Shownotes

Anna Behringer ist mit „Aufzeichnungen aus einem weißen Zimmer“ für den Mülheimer Dramatikpreis 2026 nominiert. Elisabeth Luft hat sie in Bonn, im Museumscafé der Bundeskunsthalle getroffen. Im Podcast erzählt die Autorin, was sie an der Zuschreibung, jemand sei „normal“ oder „unnormal“ so ärgert, warum sich die gesellschaftliche Vorstellung der sogenannten Norm nur schleppend verändert und warum sie Schreiben und Inszenieren so strikt voneinander trennt, dass sie es sogar unter unterschiedlichen Namen tut.

Die 51. Mülheimer Theatertage finden vom 16.5. bis 6.6.2026 statt. Alle Informationen, Termine und Tickets unter: stuecke.de

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00:00:00: Liebe Tirzabrunken, schön Sie zu treffen.

00:00:02: Schön, dass Sie da sind.

00:00:02: Herzlich willkommen!

00:00:03: Ja hallo ich freu mich auch

00:00:06: für alle die sich jetzt wundern das hier soll doch ein Gespräch mit Anna Beringer sein?

00:00:10: Das ist es auch.

00:00:11: Anna Berenger ist das Pseudonym der Regisseurin Tirzhabrunken.

00:00:15: aber dazu gleich mehr liebe Tirzha Brunnen.

00:00:17: wir sind in der Bundeskunstthalle in Bonn im Museumscafé.

00:00:21: Wir sind hier vier Gäste, glaube ich im Moment.

00:00:24: Ist nicht so viel los?

00:00:25: Ja

00:00:25: genau es ist ganz leer heute

00:00:27: Morgen.

00:00:28: Lauter freie Tische um uns herum eine Tapete mit rot-weißen Quadraten.

00:00:34: Warum haben Sie gedacht da müssen wir hin?

00:00:36: das ist ein guter Ort um über meine Arbeit zu sprechen?

00:00:39: Ich habe gedacht dass sich den Ort mag weil ich ja auch öfter hinkomme also direkt ins Museum und mir Ausstelle angucke Und das ist auch ein Teil meiner Lebensgewohnheit, an anderen Städten in die Museen zu gehen.

00:00:56: Die ja immer im Ort sind für Anregungen auch und ich hol mir da auch oft Anregung und komme auf neue Ideen wenn ich im Museum etwas sehe was mich fasziniert.

00:01:08: Es war hier gerade eine sehr schöne Ausstellung von Gregory Cruston Sehr umfangreich Ausstellung.

00:01:16: Er macht so inszenierte Fotografie, arbeitet auch sehr filmisch, arbeitet sehr lange manchmal bis zu acht Jahren einem Foto und war eine interessante Ausstellung weil es auch die Entwicklung von seinen ganzen Fotografien sehr gut repräsentiert hat.

00:01:46: Herzlich willkommen zum Podcast mit den Autorinnen und Autoren der besten neuen Theaterstücke, die nominiert sind für den Mühlheimer Dramatikpreis oder den Mühleimer Kinderstückepreis.

00:01:58: Diesmal ein Gespräch

00:01:59: mit Tirzler Brunken alias Anna Behringer.

00:02:02: Sie ist für den Müllheimer Dramastikpreist

00:02:04: im Jahr

00:02:05: zwanzig Nominiert – und zwar mit ihrem Text Aufzeichnungen aus einem weißen Zimmer.

00:02:11: Mein Name ist Elisabeth Luft, ich bin Hörfunk-Journalistin und habe Tirza Brunken in Bonn im Museumskaffee der Bundeskunstthalle getroffen.

00:02:20: Wir haben darüber gesprochen was sie an der Zuschreibung jemand sei normal oder unnormal so ärgert warum sich die

00:02:27: gesellschaftliche

00:02:28: Vorstellung der sogenannten Norm nur schleppen verändert und warum Sie schreiben und inszenieren so strikt voneinander Trend dass sie es sogar unter unterschiedlichen Namen tut.

00:02:38: Viel Spaß beim Zuhören!

00:02:45: In Aufzeichnungen aus einem weißen Zimmer gibt es zwei Hauptfiguren.

00:02:50: Durch ihre Augen erleben wir diese Geschichte, sind zwei Geschwister und die werden in eine Klinik gebracht auch mehrmals wenn ich das richtig weiß weil sie die Diagnose bekommen haben

00:03:04: Automaten zu sein.

00:03:07: erzählen Sie mir mehr von den beiden.

00:03:10: Ja, der ganze Text ist aus der Erinnerung von diesem Schwesternpaar geschrieben.

00:03:16: Also ich hab mich in die Schwester quasi hineinversetzt und es ist wie eine Erinnerungen aus früheren Zeiten wobei das Bewusst offen gelassen ist was sind frühere Zeiten?

00:03:28: Wie alt sind sie eigentlich in dieser Zeit als Sie sich erinnern?

00:03:31: Das ist so ein bisschen vage da schwimmt so ein bischen.

00:03:36: Sie erinnern sich an diese Zeit in der Klinik.

00:03:39: Und das kommt dann auch im Text vor, dass sie die Diagnose bekommen automat und das ist natürlich eine unmenschliche und sehr harte Diagnos und natürlich auch surreal.

00:03:51: Das

00:03:52: war auch eine bewusste Arbeit von mir, die ganze Sprache etwas surreal oder symbolistisch zu halten.

00:04:00: Im Gegenseit jetzt zu einer ganz realistischen Sprache ist es eine etwas überhöhte und sehr klare, aber auch symbolhafte Sprache.

00:04:12: Bleibt sehr viel Raum für eigene Vorstellungen?

00:04:15: Genau ja!

00:04:16: Es ist wie ein Behältnis und bei der Aufführung hoffe ich natürlich darauf dass dann auch sehr unterschiedlich kommuniziert wird vom Publikum.

00:04:27: Man kann über die beiden vielleicht auch noch sagen, dass im Text klar wird ihre Sinne sind voll funktionsfähig.

00:04:34: Sie sind sehr intelligent.

00:04:36: sie haben also was die sprachliche Ebene angeht überhaupt keine Probleme ihrer Umwelt zu verstehen und einzuordnen.

00:04:44: trotzdem Gibt es eine Ebene, auf der sie sich überhaupt nicht verstehen mit dieser Umwelt und ihrem sozialen Umfeld?

00:04:51: Das bue doch auf Gegenseitigkeit.

00:04:53: Also auch die beiden Schwestern werden nicht verstanden vom sozialem Umfeld sei es von der Familie oder von den Pflegerinnen, von den Ärztinnen.

00:05:01: Eine Stelle, die das sehr gut zeigt finde ich ist der Moment in dem die Geschwister ihre Köpfe gegen die Wand schlagen weil sie die Hoffnung haben dass die schmerzenden Gedanken wie Sie in den Köpfen haben dann rausfallen könnten Was aus Ihrer Sicht ja irgendwie logisch erscheint, aber die Erwachsenen beurteilen das anders und schicken die beiden Kinder dann eben in diese Klinik zu so einer Sonderbehandlung?

00:05:25: Ja genau.

00:05:26: Wir können vermuten dass es sich um Form von Neurodiversität

00:05:32: handelt

00:05:33: Aber welche genau, das lässt der Text auch offen.

00:05:37: Und das ist halt häufig verbunden mit Verhaltensweisen Die auch für die Geschwister selber schwierig sind Und wegen dieses Unverständnis und ihrer Physi auch problematischen Verhaltensweisen entsteht diese Zwangssituation.

00:05:55: Nur wie es dann in der Klinik für sie weitergeht, das ist ja auch komplex... ...und eigentlich wollte ich auch zeigen dass der Versuch des Verständnisses immer aufseiten dieses Geschwisterpass liegt, also sie strengen sich sehr an alles zu verstehen und alles mitzumachen.

00:06:15: Und sich in Anführungszeichen vernünftig zu verhalten was Sie auch tun.

00:06:19: aber umgekehrt ist es so dass sie immer abgestempelt werden und ein bestimmter Zwang ausgeübt wird sich zu Verhalten auf eine ganz bestimmte Weise und das funktioniert nicht.

00:06:36: Also ich finde schön wenn man es auch so verstehen würde Das Fachpersonal müsste sich versuchen anzupassen.

00:06:43: Aber umgekehrt ist die Anstrengung halt sehr groß, das Geschwisterpaar versucht sich anzupaßen aber es gelingt einfach nicht weil die Gegenseite kein Verständnis zeigt

00:06:56: und diese gegenseite also zum Beispiel die Eltern auch das klinikpersonal die versuchen die beiden ja immer in so einen ja sehr

00:07:05: fest

00:07:06: Gelegten und starren Rahmen zu pressen, kann man fast sagen.

00:07:10: Ein ziemlich starkes Bild finde ich für die sogenannte Norm oder die Normalität oder

00:07:16: das Normalsein

00:07:17: des sogenannten.

00:07:18: Was ärgert sie so an dieser Zuschreibung?

00:07:21: Jemand sei normal oder

00:07:23: unnormal?

00:07:24: Ja, das ist eine sehr gute Frage kommt mir sehr gelegen weil eigentlich auch der Ausgangspunkt für meine Arbeit an dem Text, der ja über ein paar Jahre eigentlich gedauert hat.

00:07:36: Weil ich mich immer weiter mit dem Thema beschäftigt hatte war auch ein Gespräch.

00:07:40: Ich traf eine frühere Klassenkameradin die Lehrerin geworden ist wobei jetzt betonen möchte dass es keinen Angriff insgesamt gegen Lehrer in dich auch als sehr verständnisvoll erlebt habe insgesamt aber diese Klassenkammeradins lehrerin geworden und zwar in einer Realschule.

00:08:02: Wir hatten uns sehr lange nicht gesehen, bestimmt zehn Jahre.

00:08:06: Und sie erzählte mir von ihrer Arbeit.

00:08:08: Sie berichtete das vor allen Dingen Leistungen für sie wichtig sein.

00:08:14: Das ist ja immer weniger Leistung gäbe ...

00:08:17: Menschen, die sich anstrengen.

00:08:18: Ja, dass diese Leistung, die sie von ihren Schülern verlangt jetzt noch schwieriger ... einzuholen, einzufordern wäre.

00:08:28: Weil jetzt Schulen zusammengelegt würden und sie die ganzen ADHS-Kinder bekommen würde.

00:08:34: Und dieses ADHS sei eine Modeerscheinung.

00:08:38: Das war ja nicht mehr normal dass fast alle Kinder diese Diagnose ADHS... ...und Sie damit plastet sein, diese Kinder zu unterrichten und ihr den ganzen Klassendurchschnitt kaputt machen würdet!

00:08:53: Ich bin dann nach Hause, ich war da erst mal ein bisschen überrascht.

00:08:57: Und so ist es zu einer Angewohnheit von mir, dass Gespräche, die mich irgendwie interessiert haben ... auch wütend gemacht haben, noch mal niederschreiben?

00:09:08: Also, ich schreib das dann abends in den PC und dann war ziemlich klar, dass sie ja eine gespaltene Auffassung beschrieben hat.

00:09:19: Nämlich einmal, dass es eine Modediagnose gibt, also es gibt es gar nicht!

00:09:23: Wenn es ja einfach nur eine Mode-Erscheinung ist.

00:09:26: Soll etwas sozusagen entschuldigen oder erklären?

00:09:29: Es wird irgendwas behauptet, was es nicht gibt.

00:09:32: Eine Krankheit würde ich nicht sagen ... Also eine Auffälligkeit, eine Neurodiversität.

00:09:37: Die ist aber in Wahrheit nicht eben die einfach nur aus Mode entscheidt.

00:09:42: Oder quasi Ausrede für was auch immer Frauenheit vielleicht.

00:09:47: Andererseits dass sie das total abgelehnt sich damit auseinanderzusetzen Und dass sie wirklich nur das als störend empfindet, auch Menschen die vielleicht darunter leiden oder damit leben.

00:10:01: Als absolute Zumutung erempfindet.

00:10:04: Ja und dann hab ich gedacht okay.

00:10:08: Und dann habe ich so sukzessive angefangen sehr viel zu lesen Gespräche zu führen, Menschen mit Diversität Leben zu treffen, mit ihnen zu sprechen in meinem ... Bekanntenkreis Gespräche zu führen.

00:10:26: So ist der Text

00:10:27: entstanden.".

00:10:29: Haben Sie denn das Gefühl nach diesen ganzen Gesprächen, dass sich das Verständnis von dieser sogenannten Normalität zu der ADHS-Legaszenie und andere Formen von Neurodiversität ja erst mal nicht gehören und passen?

00:10:45: Dass sich dieses Verständnissen von Normalität gerade ändert also zum Beispiel dadurch Ja, die sind eure, die wir gänzen in Schulen natürlich.

00:10:54: Aber auch am Arbeitsplatz oder in den Medien sichtbarer werden?

00:10:57: Ja das habe ich schon.

00:10:58: also da bin ich auch ganz hoffnungsvoll.

00:11:01: aber es ist immer noch so

00:11:03: dass

00:11:04: das im Alltag sehr viel Mühe macht sich damit auseinanderzusetzen und diese mühe wird oft gescheut.

00:11:13: Also ich finde es wichtig, noch mal ein paar Veränderungen vielleicht vorzunehmen in dem gesamten System.

00:11:20: Es gibt ja einen Helfer-System aber das ist wahnsinnig kompliziert und verwaltungsmäßig unglaublich aufwendig und deshalb manchmal gar nicht zielführend.

00:11:35: Tirza Brunken hat mich gebeten an dieser Stelle auf einen offenen Brief hinzuweisen

00:11:39: der auch im

00:11:40: Programmheft der Uraufführung ihres Stückes abgedruckt.

00:11:43: Es ist ein Brief,

00:11:45: der

00:11:47: von dem Kinder- und Jugendhilferechtsverein e.V.

00:11:50: initiiert wurde und sich an die Fachkräfte aus Psychiatrie und Jugend Hilfe richtet.

00:11:55: Daran heißt es aus der Perspektive junger Menschen?

00:11:59: Uns wurde in der Jugendhilfe und der Psychiatie die Freiheit genommen.

00:12:03: Manches hat manchen von uns geholfen aber vieles sehen wir sehr kritisch.

00:12:08: Wir glauben, das geht auch

00:12:09: anders.

00:12:10: Freiheitsentziehung darf keine Strafe sein sondern darf nur ausnahmsweise genutzt werden um uns zu helfen.

00:12:17: Deshalb erwarten wir von euch Fachkräften?

00:12:20: Keine Machtdemonstrationen gegenüber uns!

00:12:23: Das ihr für unsere Sicherheit

00:12:24: sorgt statt uns überwachen.

00:12:26: Wir wollen auch dass ihr unsere Selbsteinschätzung ernst nehmt und versucht uns wirklich zu verstehen.

00:12:31: Wenn ihr uns Medikamente

00:12:32: gebt möchten wir

00:12:34: wissen welche Ziele und Wirkungen das haben soll.

00:12:38: Das sind nur vier DEL-Forderungen, die in diesem Brief aufgeführt werden.

00:12:43: Am Ende heißt es wir erwarten von euch allen das ihr menschlich mit uns umgeht.

00:12:56: persönliches Verhalten von Lehrkräften irgendwie zu entschuldigen, denn Verständnis wäre ja durchaus möglich und angebracht.

00:13:02: Aber sicherlich ist es auch in Kapazitäten, Ressourcen-Zeitproblemen da angemessen und ausreichend darauf zu reagieren.

00:13:10: aber die Frage ist ja zum Beispiel auch also so reingesellschaftlich.

00:13:14: Menschen werden ja ziemlich schnell als komisch oder langsam oder zu direkt markiert.

00:13:21: ich frage mich woher dieser Wunsch nach Konformität, auch danach alles so in Kategorien einzuteilen eigentlich kommt.

00:13:29: Ist das nur Spießigkeit?

00:13:31: Ist das Faultheit sich damit zu beschäftigen?

00:13:33: was ist das?

00:13:34: Für jeden kann ich es ja auch nicht definieren.

00:13:37: aber ich glaube schon dass es eine Ablehnungshaltung gegenüber neuem.

00:13:43: man müsste sich an mit neuen Realitäten auseinandersetzen.

00:13:48: Und da ist der Geistesmenschen ganz allgemein relativ träge und das Gerieren arbeitet gerne mit Konstanten

00:13:56: einfach.".

00:13:58: Sie haben sich in dem Fall für eine Fairsform entschieden, in der dann das Stück entstanden ist.

00:14:05: Dadurch bekommt das Ganze so einen ganz interessanten Sog beim Lesen auch eine besondere Intensität.

00:14:15: Wie gehen Sie dann ans Schreiben so eines Textes

00:14:19: ran?

00:14:19: Ist die

00:14:19: Form in der Regel schon vorher klar?

00:14:22: Nein, überhaupt nicht.

00:14:23: Also ... Die Form richtet sich eigentlich auch nach den notierten Gesprächen.

00:14:29: Aber nicht nur!

00:14:31: Ich versuche dann, die notierten Gespräche zu verdichten immer weiter.

00:14:35: Das heißt alles Überflüssige herauszuschmeißen.

00:14:38: Deshalb ist das Stück relativ kurz geworden.

00:14:42: Weil ich finde über den Zeitraum wenn ich das wiederhole, immer noch mehr Begriffe, die gestrichen werden könnten oder auch ersetzt durch genauere.

00:14:53: Und dann ist irgendwann ... Das weiß ich nicht genau, das entwickelt sich beim Schreiben ein Zeitpunkt in dem ich mich nochmal reflektiv damit beschäftige, welchen Duktus ich wählen möchte, welchem Stil auch Duktuss hier war so dass dann gemerkt habe, dass es gut ist für den Text.

00:15:15: Wenn der Film mit gegensätzlichen Begriffen arbeitet.

00:15:19: Also schwarz-weiß, helldunkel also mit Kontrasten?

00:15:25: Na ja was zum Thema ja auch einfach sehr gut passt da ist jemand normal und da ist jemals unnormal das ist ja auch schwarz weiß Es ist ja sehr viel nuancierter

00:15:34: Das stimmt.

00:15:35: Ja

00:15:36: Lassen Sie Ihre Texte zwischendurch auch mal länger liegen?

00:15:39: Ja

00:15:42: Verändert sich da oft noch was?

00:15:44: Oder geht es doch in der Regel eher dahin, dass sie das Gefühl haben, nee, das macht schon so Sinn.

00:15:50: Ja, es ist dann irgendwann abgeschlossen und ja ... Dann kann ich zu Tötzerbrunken mutieren und an die Regiearbeit gehen.

00:16:00: Und ja, das Pseudonym Anna Beringer ist auch eine Form nicht eine andere Person zu werden aber Regie- und Text voneinander zutrennen Und das ist auch in der Arbeit hilfreich.

00:16:13: Das war im Team natürlich offen gelegt, dass Anna Beringer ein alter Ego von mir ist.

00:16:20: Aber wenn da mal Fragen kamen ... Was sagt die Autorin denn dazu?

00:16:25: Konnte ich dann noch antworten, ich werd sie heute Abend fragen vielleicht schickt sie mir eine Mail und es ist dann auch durchaus möglich gewesen, dass sich am nächsten Morgen sagte, aber die hat sich nicht gemeldet.

00:16:37: Also, es fällt mir dann auch ... ganz leicht mit dem Text völlig fremd umzugehen.

00:16:42: Naja, es sind ja auch sehr unterschiedliche Perspektiven das schreiben und dann das in Szene setzen.

00:16:48: Trennen Sie denn neben den Namen der Autorin oder der Regisseurin?

00:16:53: Auch die Tätigkeiten ziemlich strikt?

00:16:56: also gibt es Zeiten, in denen sie ausschließlich inszenieren und Zeiten, indem sich ausschliesslich schreiben Ja ist es wichtig

00:17:04: Also ich brauche mal ziemlich lange um anzulaufen

00:17:07: Fürs Schreiben?

00:17:08: Ja, fürs Schreiben.

00:17:09: Und

00:17:09: ... ja dann kann es auch sein, dass ich so einen Hyperfokus kriege und dann bin ich ganz intensiv beim Schreiben und umgekehrt bis das beim Inszenieren genauso.

00:17:23: Ich bewundere manchmal Regisseure die können drei Stücke gleichzeitig inszenieren also von nächsten Tag hin und her springen.

00:17:30: Das fällt mir immer sehr schwer.

00:17:31: Ich gehe nicht ins Theater und gucke mir nicht gerne andere Sachen an wenn ich gerade arbeite.

00:17:37: Also ins Museum kann ich schon gehen, aber nicht ins Theater.

00:17:41: Beim Schreiben ist es anders.

00:17:43: da kann ich sehr gut, wenn ich grade jetzt mal sechs Wochen nur schreibe dann kann ich auch sehr gut Bücher lesen.

00:17:51: Spannend ja!

00:17:51: War das schon immer so oder hat sich das über die Jahre entwickelt?

00:17:56: Hat sich über die jahre entwickelt.

00:17:59: Es wird hier alles anders jeden Tag.

00:18:01: Einige ihrer Inszenierungen waren ja in Mühlheim schon zu Gast.

00:18:07: Jetzt als Autorin sind sie zum ersten Mal bei den Müllheimer Theatertagen nominiert, kommen Sie zum Festival?

00:18:13: Ja ich komme mal!

00:18:15: Und ist das diesmal ein

00:18:17: anderes

00:18:17: Gefühl diese Erwartung dahin zu fahren jetzt als Autoren nominieren zu sein?

00:18:23: Nein eigentlich gar nicht so sehr.

00:18:24: Ich bin selber überrascht.

00:18:26: Das ist immer eine Aufregung.

00:18:29: Es ist einfach schön, auf Gatspielreise zu gehen mit dem ganzen Team und hier ist auch das besonders angenehme und besonders Schöne, dass ich in Leipzig schon länger arbeite und wir da miteinander sehr vertraut sind.

00:18:46: Dann hoffe ich, dass es ein sehr schönes Wiedersehen

00:18:49: wird im Mühlheim im Mai mit der großen Gruppe.

00:18:53: Eine gute Zeit bis dahin!

00:18:55: Vielen Dank, das hoffen wir auch alle.

00:18:57: Ich freu mich sehr, dass wir uns in Mühlheim sehen und wünsch alles Liebe!

00:19:01: Danke schön, danke gleichfalls.

00:19:09: Das war ein Gespräch mit Tirza Brunken alias Anna Behringer nominiert für den Mühlheimer Dramatikpreis.

00:19:17: Ich freue mich, wenn Sie wieder einschalten.

00:19:19: Denn in den anderen Folgen dieses Podcast nehme ich Sie mit zu den weiteren Autorinnen und Autoren die mit ihren Texten – den besten der Saison!

00:19:27: – zu den einundfünfzigsten Mühlheimer Theatertagen eingeladen sind.

00:19:31: Bis dahin.

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