Clara Leinemann über innere Tunnelsysteme

Shownotes

Clara Leinemann ist mit „Buddeln“ für den Mülheimer KinderStückePreis 2026 nominiert. Elisabeth Luft hat sie in ihrer Berliner Küche getroffen. Im Podcast erzählt die Autorin, welche Figuren sie für Kindertheater besonders gern entwickelt, wie sie überhaupt beim Schreiben für die Bühne gelandet ist und welches Projekt im Moment ihr Leben bestimmt.

Die 51. Mülheimer Theatertage finden vom 16.5. bis 6.6.2026 statt. Alle Informationen, Termine und Tickets unter: stuecke.de

Transkript anzeigen

00:00:00: Liebe Clara, hallo!

00:00:01: Hallo.

00:00:03: Schön bei dir zu sein.

00:00:04: Ja schön dass du da bist.

00:00:06: Ich find's richtig cool und Du hast mich einfach in Deine Küche eingeladen?

00:00:11: Wir haben ja ein bisschen überlegt wo wir uns treffen können letztendlich kein richtig treffenden Ort gefunden.

00:00:17: und dann dachte ich mir eigentlich ist die Küche gut Zwar nicht die gleiche Küche, aber mir ist vorhin eingefallen ... dass so die Grundidee für das Theaterstück auch in meiner Küche stattgefunden hat.

00:00:30: Nicht in dieser, in einer Wohnung davor, aber auch an einem kleinen Tisch.

00:00:36: Sozusagen ganz am Anfang als du so die Idee entwickelt hast?

00:00:39: Ja.

00:00:40: Und dann bist du umgezogen und hast du hier viel von dem Stück geschrieben.

00:00:47: Nee, das hat alles noch in der alten Wohnung stattgefunden.

00:00:50: Es ist ja schon ein bisschen her, dass ich das Stück geschrieben hab.

00:00:53: Ich weiß gar nicht mehr genau wie viele Jahre ... Drei oder sogar vier Jahre?

00:00:58: Und hier wohne ich seit einem Jahr, seit zwei?

00:01:02: Aber jetzt auch schon ein bissel.

00:01:03: Ja.

00:01:03: Okay.

00:01:04: Arbeitest du denn gerne in der Küche?

00:01:06: Also gibt ja so viele Menschen die zu Hause prinzipiell super gut arbeiten können.

00:01:11: Viele Menschen gar nicht!

00:01:13: Ich arbeite fast nur zu Hause und ich weiß nicht so richtig, ob sich das gut kann.

00:01:16: Weil irgendwie ist es sehr oft herausfordernd, nicht abgelenkt zu werden?

00:01:20: Machst du das gerne?

00:01:22: Es ist auch total tagesformabhängig.

00:01:24: Meistens fahre ich tatsächlich in die Bib umzuarbeiten also im Zuschreiben Und manchmal wenn ich aber ganz tief drin bin in einem Projekt dann kann ich einfach zuhause bleiben Und dann arbeite ich aber auch am Schreibtisch bei mir im Zimmer, als ich wohne hier in der WG.

00:01:39: Damals am Küchentisch ist die Grundidee für das Stück bei einem Gespräch mit einer Freundin entstanden.

00:01:45: Das war einfach so ein Gespräch, dass mich irgendwie aufs Thema gebracht hat oder auf diese Metapher vom Stück.

00:01:51: Aber genau arbeiten würde ich auf jeden Fall an dem Schreibtische.

00:01:55: oder wenn's ... Ja, wenn der Kopf so ein bisschen chaotisch ist grade in der Bib, wo sich alle konzentrieren?

00:02:03: und man auffällt, wenn man es nicht tut.

00:02:38: Mein Name ist Elisabeth Luft, ich bin Hörfunk-Donnerlistin und habe Clara Leinemann in ihrer Berliner Küche getroffen.

00:02:45: Wir haben darüber gesprochen welche Figuren sie für Kindertheater besonders gern entwickelt wie sie überhaupt beim Schreiben für die Bühne gelandet ist und welches Projekt im Moment ihr Leben bestimmt.

00:02:57: Viel

00:02:57: Spaß beim Zuhören!

00:03:04: Liebe Clara, in Buddeln gibt es ja drei Figuren.

00:03:08: Du hast gerade gesagt, das ist vor drei oder vier Jahren geschrieben aber lass uns noch mal ein bisschen da rein denken.

00:03:13: Das sind Melek, Nau und Olm.

00:03:16: Sie sind mindestens sehr gute Freundin oder wahrscheinlich sogar die besten.

00:03:22: Wie würdest du die drei denn beschreiben?

00:03:25: Ich hatte die drei schon als allererstes so als Konstellation im Kopf also tatsächlich so als Friendsgruppe.

00:03:31: irgendwie muss man ja aber natürlich um das Narrativ zu entwickeln, da auch reingehen und die irgendwie so unterschiedlich gestalten.

00:03:40: Und ... ich glaub in dieser Dreierverbindung funktionieren die irgendwie ganz gut, aber sind eben doch ziemlich unterschiedlich.

00:03:50: Now hatte ich immer im Kopf ein bisschen als Freak oder so ein bisschen abgedreht.

00:03:56: Melek war für mich eine ... Forsche, Personen die irgendwie so kein Blatt vor den Mund nimmt und irgendwie auch weiß was sie will.

00:04:07: Und ich mag das auch ganz gerne gerade für Kindertheater solche Mädchenfiguren zu schreiben irgendwie, die ein bisschen ... So nach hau drauf hätte

00:04:15: die Tüte haben?

00:04:15: Ja, und so richtig eigene Kopfarben und einfach ihr Ding machen.

00:04:18: Und Eum war für mich glaube ich ja eine eher zurückgezogene Person, so ein bisschen verträumt vielleicht Aber eben trotzdem für dieses Gefüge sehr relevant, also Melek und Nao brauchen auch Olm bei er für die beiden immer diese Geschichten erzählt.

00:04:34: Und irgendwie so Spiele entwirft und sowas.

00:04:39: Dann verändert er sich ja irgendwie, worum es dann geht und zieht sich immer weiter in sich selbst zurück.

00:04:46: Das wird dann eben in dieser Konstellation für die anderen beiden stark spürbar.

00:04:50: Das merkt man ja, wenn so in einer Dreierkonstellation sich eine rauszieht.

00:04:54: Ist ja plötzlich auch

00:04:55: ganz anderes.

00:04:57: Ich hab das Gefühl beim Lesen, dass Olm diese Gruppe mit seiner Art zusammenhält irgendwie.

00:05:06: Die anderen beiden brauchen ihn auch?

00:05:09: Ja auf jeden Fall!

00:05:10: Alle drei halten wahrscheinlich die Gruppe auf irgendeine Art zusammen.

00:05:13: Ich kann mir vorstellen, dass Nau und Olm zum Beispiel wahrscheinlich sehr wenig machen würden oder ja vielleicht nicht so den Arsch hochbekommen würde, wenn Melek nicht da wäre und irgendwie sagt wir machen jetzt dies oder jenes.

00:05:26: Also ich glaube alle sind irgendwie so relevant.

00:05:29: aber natürlich dann in dem Setting wo Eulen sich zurückzieht wird es eben für die anderen beiden sehr stark spürbar und die fühlen sich irgendwie verlassen und merken dass die Sachen ... Stimmt, das ist am Anfang die Spiele, die immer zu dritt funktionieren.

00:05:48: Genau und wenn einer nicht mehr mitspielt, dann funktioniert es natürlich auch nicht.

00:05:52: Ja genau, dass ist ja der Moment, wo sich verändert und dreht, dass Olm plötzlich nicht mehr mit spielen will.

00:06:00: Keine Lust mehr hat in Anführungszeichen.

00:06:02: Auch den Baldern bei dem Schweinchen in der Mitte nicht mehr fängt.

00:06:06: Und anzubuddeln fängt ... bis er in seinem Loch verschwunden ist.

00:06:13: Was ist das für ein Loch, an dem er verschwindet?

00:06:15: Tja ... Also so buddeln oder so einen Tunnel bauen kann ja auch ein Spiel sein irgendwie und der verschwindelt dann in diesem Tunnel.

00:06:26: die anderen beiden kommen ja dann auch hinterher und merken es ist so ein ganzes Labyrinth aus Tunneln irgendwie so ein riesiges Tunnelsystem Metapher ist es natürlich irgendwie so eulmsinnere Gedankenwelt.

00:06:40: Oder er begibt sich da an einen düsteren Ort und verheddert sich da ja auch irgendwie, also er buddelt sich da rein, macht da ein ganz komplexes System auf und kommt selber gar nicht mehr richtig raus.

00:06:54: Und für mich war das eben so'n Bild, dass einfach so gut funktioniert

00:06:58: hat.".

00:06:59: Weil dieses Buddeln ja auch eine super anstrengende Tätigkeit ist.

00:07:03: Also Tunnelgraben irgendwie, das hier körperlich anstrent und euch kann eben einfach nicht mehr so ganz damit aufhören und hat irgendwie das Gefühl er muss da immer tiefer rein.

00:07:14: Genau, es ist wie so eine dunkle Unterwelt in die er sich reinbegibt.

00:07:18: Mhm, wo's auch Sackgassen und Höhlen gibt ... Und wenn man unübersichtlich ist oder beängstigend düster.

00:07:26: Es ist ja so, dass Nau-und Melek dann aber auch ziemlich schnell merken, dass das Olm nicht gut geht und sie sich auch Sorgen machen und hinterhergehen und ihm in dieses dunkle Tunnelwegesystem folgen.

00:07:41: Auch kurz davor sind so den Überblick zu verlieren selber und sich da zurechtzufinden.

00:07:46: Und ihn dann aber zum Glück noch finden, ihm helfen an die Oberfläche zu kommen.

00:07:51: Das ist ja ein ganz schön passendes und auch starkes Bild für allerlei psychische Erkrankungen und speziell auch für Depressionen.

00:08:00: Ist das im überlegen?

00:08:02: ich will einen Text schreiben?

00:08:03: Und das könnte ein Bild sein entstanden oder war das schon vorher da?

00:08:07: Das ist tatsächlich durch dieses Gespräch entstanden, das jetzt schon so angeteasert wurde.

00:08:13: Diese Freundin, mit der ich gesprochen habe, hat mir erzählt von einem Phänomen, von dem sie selbst gelesen hat und erzählt von Leuten die Hobby-Tunneling betreiben also als Hobbyhaben-Tunnel zu buddeln.

00:08:26: Ah, krass!

00:08:28: Was irgendwie total träg, es gibt auch ein Wikipedia Artikel dazu Und sie hat mir eben davon erzählt weil sie das einfach schräg fand gar keine Ahnung haben, wie man so Tunnel baut oder irgendwie von Statik oder sowas.

00:08:41: Dann anfangen einfach so Tunnels zu graben und teilweise dann so Straßen auch zu grauen geklappt sind, weil die da sich drunter langgebundelt haben, die Menschen ... Meine Freundin hat, als sie davon gesprochen, immer das Wort buddeln benutzt.

00:08:56: Das war der Titel des Stücks geworden.

00:09:00: Es war so ein starkes Bild allein schon für mich ... dass ich dachte, irgendwas muss ich daraus machen und dann habe ich noch länger darauf rumgesessen auf dieser Idee.

00:09:12: Ich hab kurz überlegt da was für Erwachsene draus zu machen oder so weil es ist einfach so stark nutzbar als

00:09:18: Metapher.".

00:09:19: Und ich hab irgendwie mal die Idee gehabt, ob ich ein Stück für Kinder über Depressionen schreiben soll.

00:09:26: Weil ich das ein wichtiges Thema finde und generell das eigentlich ganz gerne mag auch so schwere Themen Kindern zuzutrauen und da irgendwie offen drüber zu sprechen.

00:09:39: Dann ist dieser Text relativ schnell entstanden weil es so ... Also sobald diese Idee da war war irgendwie alles so klar, was passieren muss.

00:09:51: Auch dass sie dahinterher müssen und erst mal nicht dazu bewegen können wieder mit rauszukommen und erstmal gemeinsam weiter buddeln.

00:09:58: Und dann kommen sie aber doch irgendwann raus und da muss er aber doch wieder rein.

00:10:02: Diese Dramaturgie war irgendwie total klar.

00:10:05: Also, die Idee ist da und die Metapher macht total Sinn.

00:10:08: Und in der Ausgestaltung geht's ja aber doch auch ganz viel um Nuancen.

00:10:14: Die liest man ja in deinem Text überall zwischen den Zeilen.

00:10:18: Wie hast du dich dann dem Thema auch genähert beim Schreiben?

00:10:23: Ich hab mich schon einfach emotional da sehr reinbegeben ... irgendwie versucht, alle Figuren nachzuvollziehen.

00:10:30: Also älm auf jeden Fall.

00:10:32: Ich meine so Depressionen als Krankheitsbild ist mir nicht fremd deswegen muss ich da gar nicht so viel recherchieren.

00:10:38: aber auch die beiden anderen also auch wie ist das wenn... plötzlich eine Person, die man sehr lieb hat, sich so in sich kehrt und nicht mehr aus sich rauskommt.

00:10:50: Und da irgendwie so leidet was kann man machen?

00:10:53: Wie kann man überhaupt ne Verbindung wieder herstellen?

00:10:56: Was kann man aushalten oder auch nicht aushalten?

00:10:58: Ist es nicht okay dann mal Wüten zu reagieren als nahestehende Person?

00:11:04: Oder verzweifelt zu reagiern oder selber traurig zu werden?

00:11:08: Ich glaub ich hab einfach versucht mich so in alle drei ganz tief ... rein zu versetzen.

00:11:14: Und ich glaube, es war schon so eine sehr emotionale Arbeit einfach, dem so emotional auf die Spur zu gehen wie das so ist, jeder einzelne Schritt.

00:11:23: Na

00:11:23: ja gut, das liegt bei dem Thema auf jeden Fall auch nahe.

00:11:27: Ich hab so ein paar Artikel gelesen oder versucht, noch mal zu gucken.

00:11:31: Wie sind die Spezifika bei Kindern?

00:11:33: Was ist der Unterschied zu Erwachsenen, die diese Krankheit haben?

00:11:37: Da ist es auch ein großes Thema ... ich bin ein Kind und kann manche Gefühle noch gar nicht so einordnen oder verstehen.

00:11:46: Und da war zum Beispiel auch ein Ding, dass manche Kinder dann mit Wut reagieren oder mit Aktionen, weil sie so

00:11:53: Ängste bestanden sind.

00:11:56: Ich mein, die haben Erwachsene auch.

00:11:59: Ja ... Vielleicht als erwachsenen Person bestimmt nicht alle, aber fällt es leichter zu sagen, ah okay ich hab irgendwie dir und diese Symptome vielleicht steht das für ...

00:12:08: So einzuordnen

00:12:09: oder?

00:12:09: Genau.

00:12:10: Oder überhaupt so als Lehre- oder Traurigkeit einzuordnen.

00:12:13: Und ist für alles schwer.

00:12:15: Sehr individuell

00:12:16: ja.

00:12:18: Es gibt ja diese sehr salope Redensart jemand hat sich in sein Loch vergraben.

00:12:25: In deinem Text ist viel mehr dieses System, was dahinter steckt.

00:12:30: Unübersichtlich dunkel und so weiter.

00:12:33: Außerdem klingt diese Formulierung ... Man hat sich in sein Loch vergraben für mich auch danach, dass es was Aktives ist und was Freiwilliges, das man sich in diesem Loch verkriegt.

00:12:45: Und in deinem text merkt man aber ja, dass Olm das nicht freiwillig macht, sondern er einfach nicht anders kann.

00:12:52: fast so ein bisschen als wäre von einer höheren Gewalt ergriffen, was ja eine Erkrankung auch letztlich ist.

00:12:59: Was ja auch einen wichtigen Unterschied ist.

00:13:01: irgendwie.

00:13:02: Stichwort Depression ernst nehmen?

00:13:06: Ist das auch etwas, was du so mitgedacht hast, dass es so weiter ein besprechbares Thema wird?

00:13:14: Ich glaube, das mit dem Ernstnehmen ist ein gutes Stichwort.

00:13:17: Einerseits so von außen also dass es so grundsätzlich gesellschaftlich ernst genommen wird aber auch als

00:13:22: Laune abgetan.

00:13:23: oder ja und das ist so schwer sich auch selber einzugestehen, ich mach das nicht extra oder das ist keine Laune.

00:13:31: Und selber darauf zu kommen, dass es was Ernstes und ich muss mich darum kümmern oder ich muss irgendwie nach Hilfe fragen ... Und mich nicht

00:13:38: nur einfach mal ein bisschen mehr anstrengen, damit's dann wieder weggeht?

00:13:42: Genau!

00:13:43: Das wird ja eigentlich nur schlimmer.

00:13:45: Eum ist erst mal so'n bisschen hilflös und dem ausgeliefert.

00:13:49: Während Danau und Melek im Tunnelsystem sind, merkt ihr schon, dass sie da sind.

00:13:54: Es gibt glaube ich diese eine Szene wohl Er die schon sieht und dann irgendwie sich aber wegdreht.

00:14:00: Und auch, wie er so auf sich aufmerksam macht oder erwürft ihn einen Schokoriegel zu?

00:14:08: Ich find das ... total beeindruckend, mit welchem Selbstvertrauen und welcher Power Melek und Nau sich da auch auf die Suche machen.

00:14:16: Also auch wenn sie sich immer mal wieder nicht einig sind und so und eine mal aufhören will

00:14:21: usw.,

00:14:21: aber im Endeffekt gemeinsam sind Sie ja sicher, auch wie Sie ihn unterstützen dann wieder an die Oberfläche zu kommen Und so hartnäckig sind auch auf eine Art, weil sie auch an ihn glauben.

00:14:36: Weil Sie ihn auch gut kennen und so ... Das steckt ja sowas wirklich sehr bestärkend in deinem Text.

00:14:43: Gleichzeitig lese ich da auch ne Bewunderung zwischen den Zeilen irgendwie.

00:14:50: Gibt's was, was du besonders magst?

00:14:53: Oder was dich vielleicht sogar fasziniert an der Art und Weise wie Kinder durchs Leben gehen oder so?

00:15:00: Ja, es ist ja schon teilweise so eine Unbedarftheit.

00:15:05: Oder ... Es war mir auch wichtig bei den beiden Figuren das schon reinzuschreiben, dass die immer mal wieder selber Angst haben oder so und sich auch selber fragen wie geht's mir eigentlich usw.

00:15:17: Und dass so miteinander auch irgendwie aushandeln, dass sie dann auch darauf kommen, wir sind auch mal traurig aber bei euch ist das vielleicht noch was anderes irgendwie?

00:15:28: Ich glaub was generell am ... Kindertheater schreiben auch so viel Spaß macht.

00:15:32: Dass man sich in diese kindlichen Figuren reinversetzen kann und so überlegen kann, mit welchen Mitteln würden die sich denn jetzt diese vielleicht ein bisschen missliche Lage da unten im Tunnel gut gestalten oder so?

00:15:46: Und sich dann irgendwie so Geschichten ausdenken, sich gegenseitig mal gruseln, mal ein bisschen verarschen auch gegenseitung oder so um sich weiter voranzupuschen Ja, das sind nicht auf jeden Fall bewundernswert.

00:15:59: Was für Mittel auch so fantastische Mittel oder Kinder zur Verfügung stehen um sich ja bestimmte Situationen die vielleicht nicht so schön sind irgendwie angenehmer zu machen.

00:16:11: Das sind ja Kinder eigentlich ja haben da total die Power.

00:16:15: Jaja es ist wie so.

00:16:16: eine Superkraft wird sicherlich auch mit einfach ganz viel Kreativität und so zu tun hat und irgendwie nicht so vielen Limits.

00:16:26: Du hast ja kreatives Schreiben studiert und dann war Buddeln bei Weitem nicht dein erster Stück.

00:16:34: War das für dich von Anfang an klar, dass du fürs Kinder- und Jugendtheater schreiben möchtest?

00:16:39: Tatsächlich hat sich das eigentlich einfach so entwickelt ... Ich hab kreative Schreiben mit Prosa angefangen auch.

00:16:45: Und dann hatten wir mal einen Theaterseminar.

00:16:48: Wo wir auch szenisches Schreiben gemacht haben.

00:16:51: Da hab ich gemerkt, das macht voll Spaß mit Theaterschreiben.

00:16:57: Dann habe ich so ein Stück geschrieben, wo es um Jugendliche ging und daraufhin hat dann die Dozentin Saskia Nietzsche mich vorgeschlagen für den Berliner Kinderteaterpreis.

00:17:09: Da konnten verschiedene Leute ... So drei Leute vorschlagen, dann hab ich mich darauf beworben.

00:17:14: Das hat auch funktioniert, dass sich dafür dominiert war und in der Nominierung hat man einen Kinderteaterstück entwickelt.

00:17:22: Und so bin ich irgendwie daran gekommen.

00:17:26: In dem Zuge haben sich noch andere Auftragsarbeiten oder so was ergeben.

00:17:30: Dadurch bin ich bei Felix Blocherbengelandet.

00:17:32: Dann geht man dem natürlich nach, wenn man merkt, da funktioniert eine Sache ganz gut.

00:17:37: Aber es war nie so ne bewusste Entscheidung ... Das mache ich jetzt, aber ich hab zu der Zeit auch viele Workshops gegeben für Kinder und Jugendliche.

00:17:46: Da habe ich schon gemerkt, da ist ein großes Interesse an jüngeren Menschen und dem, was sie beschäftigt.

00:17:53: Und irgendwie hat das alles so ganz gut zusammengepasst?

00:17:56: Dann bekommt man ja auch irgendwie noch mal durch so Workshobs einen Einblick in diese Denke und den Blick ... Ja!

00:18:05: Herrlich.

00:18:05: Ja, da passiert total schöne Sachen und dann merkt man dieses Stichwort Kreativität mit was für weisen Gedanken manchmal Kinder auch auf ganz traurige Sachen reagieren und so.

00:18:19: das ist irgendwie total beeindruckend.

00:18:22: Und du hast schon gesagt, du hast mit Prosa angefangen.

00:18:25: Du hast auch ein Hörspiel geschrieben, dass dann ... Ich weiß nicht, ob inzwischen noch weitere dazugekommen sind?

00:18:32: Das wird jetzt gerade produziert

00:18:34: bei ... Auch beim WDR.

00:18:36: Ja, schön genau das erste ist nämlich da auch produziert worden.

00:18:39: Es war im Jahr zwanzig, glaub ich.

00:18:41: Wo bist du sonst so dran, was interessiert dich im Moment an?

00:18:44: was für Projekten arbeitest du?

00:18:46: Also ich hab einen Roman geschrieben für Erwachsene der kommt... Nächste Woche raus.

00:18:52: Das ist total verrückt!

00:18:54: Okay, das heißt wir sind jetzt Anfang März also wenn ihr diesen Podcast hören könnt dann ist er schon

00:19:01: draußen.

00:19:02: Am elften März erscheint der bei Soekamp Nova.

00:19:06: ich glaube das beschäftigt mich gerade so mit am meisten weil das einfach wahnsinnig aufregend ist.

00:19:10: ansonsten genau ich schreibe grad auch am zweiten Roman schon und das Leben für Erwachsene Das bestimmt gerade so ziemlich mein Leben.

00:19:19: Also, ich hab auch die ganze Zeit Ideen für weitere Theaterstücke und auch mit dem WDR noch mal überlegt, noch ein drittes Hörspiel zu schreiben, weil wir da in einer ganz guten ... Diese Hörspiele drehen sich auch um vielleicht ein bisschen Tabuthemen oder so.

00:19:36: Das ist einmal Schummeln und Lügen.

00:19:39: Und das Zweite jetzt ist Überstehlen und schlechte Freunde sein.

00:19:45: Auch so im Kontrast zu buddeln vielleicht.

00:19:47: Und auch für Kinder, Jugendliche oder junges Publikum?

00:19:52: Genau und da war jetzt auch die Idee noch ein drittes Thema dranzuhängen was vielleicht dazu passen würde.

00:19:58: ja aber in erster Linie also gerade in diesem Augenblick beschäftigt nicht

00:20:03: die Romantik.

00:20:04: Das heißt Auf jeden Fall den Roman bestellen

00:20:09: und reinlesen.

00:20:12: Darfst du einen Titel verraten?

00:20:13: Ja, der heißt Gelbe Monster.

00:20:16: Also

00:20:16: klingt auch wie ein Kindentitel.

00:20:19: Ist es aber nicht... Erwachsener.

00:20:22: Bei Soekamp Nova.

00:20:24: Jetzt hast du ja für deine Dramentexte schon wirklich einige Auszeichnungen bekommen.

00:20:30: Und jetzt bist du für den Kinderstück gepreist nominiert.

00:20:34: Mit was für einem Gefühl kommst du?

00:20:37: Also eigentlich freu ich mich einfach total.

00:20:39: Ich hab da gar nicht mitgerechnet, auch wie gesagt weil gerade so viele andere Sachen passieren.

00:20:45: und dann kam plötzlich dieser Anruf und also schon total der Wahnsinn.

00:20:49: Ich dachte was das kann ja nicht sein!

00:20:53: ist jetzt schon ein alter Hut oder so, aber es ist gar nicht so.

00:20:57: Also es freut mich total auch das ... dass das Thema scheinbar so anklang findet und ich freue mich auch total auf dieses Festival einfach und dann da zu sein und die anderen Stücke zu sehen, unter Leute zu kommen.

00:21:09: Das tut man ja auch nicht so oft als schreibende Person.

00:21:13: Da ganz viele Eingrücke zu sammeln und so.

00:21:16: Vorfreude ist eigentlich so das Hauptgefühl dazu.

00:21:20: Ja, cool!

00:21:21: Das kann man auch haben.

00:21:24: Warst du schon öfter bei dem Festival?

00:21:27: Ja,

00:21:27: schon fünf Jahre.

00:21:28: Wow okay cool!

00:21:30: Schön, dass du kommst.

00:21:32: Ich freue mich auch drauf.

00:21:34: Dann wünsche ich dir auf jeden Fall jetzt für deine Romanveröffentlichung richtig spannende Tage.

00:21:41: Hoffentlich kannst du schlafen die nächsten Tage

00:21:43: trotzdem.

00:21:45: Und dann sehen wir uns im Mai in Mühlheim.

00:21:48: Ja, freu ich mich drauf!

00:21:50: Danke klar, dass ich zu dir kommen durfte.

00:21:52: Danke

00:21:52: dir ja.

00:21:52: War richtig schön.

00:21:54: Bis bald!

00:21:55: Tschüss!

00:22:01: Das war ein Gespräch mit Clara Leinemann, nominiert für den Mühlheimer Kinderstückepreis.

00:22:08: Ich freue mich wenn Sie wieder einschalten denn in den anderen Folgen dieses Podcasts nehme ich sie mit zu den weiteren Autorinnen und Autoren die mit ihren Texten – den Besten der Saison – zu den einundfünfzigsten Mühlheimateater-Tagen eingeladen sind!

00:22:22: Bis dahin.

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